Mit nun doch ein paar Jahren (Berufs-)Erfahrung habe ich nun mal ein paar Thesen entwickelt.
Eine davon betrifft das sogenannte Herz unserer Wirtschaft - die Aktiengesellschaften.
Die überwältigende Mehrheit dieser AGs wird von rechtschaffenden Menschen geführt.
Je größer die AGs werden, desto häufiger trifft man dort allerdings Mitarbeiter in den wirklich leitenden Positionen an, die der eigentlichen Beauftragung speziell eines Vorstandes etc. oftmals nicht gerecht werden.

Die grundlegenden Aufgaben eines Vorstandes, nämlich Kontrolle des Unternehmens, werden einfach und natürlich zu Kosten des Unternehmens auf externe Firmen ausgelagert, da der verantwortliche Vorstand ja noch andere Vorstandsmandate in anderen Unternehmen wahrnehmen muss und gar nicht die Zeit hat, sich da selbst tief in die Materie einzuarbeiten. Der Bericht der externen Firma wird einfach unterschrieben, damit hat es sich.

Und dafür bekommen die Leute Geld - und zwar das zig-fache eines normalen Menschen, der sich im Gegensatz zu den "Vorständen" nicht nur 10 oder 15 Stunden die Woche im Unternehmen blicken lässt, sondern Vollzeit 40 und mehr Stunden malocht.

In der kurzen Zeit, in welcher der Vorstand in der Firma weilt, werden aber trotzdem weitreichende Entscheidungen ohne wirklichen Sachverstand getroffen.
Grundsätzlich bietet das Top-Management weder Erfahrung noch Verantwortung und schon gar keine Bindung zur Firma. Wie in zig anderen Fällen bereits erwiesen, sind die einzigen Opfer die Beschäftigten, welche dann mit flammendem Unternehmergeschwätz zu Überstunden und Lohnverzicht aufgefordert werden, letztendlich aber dann in die Fürsorge der Bundesagentur für Arbeit, Schein-Selbstständigkeit oder gleich final dann zu Bürgergeld, ehemals Hartz IV entlassen werden.
Mit einer der Gründe, warum die Firmen Versicherungen für derartige Top-Mitarbeiter speziell aus der Vorstandsetage abschließen, um im Falle eines Falles Regressforderungen bei allzu extremen Unvermögen (was nur in den seltensten Fällen publik wird...) stellen zu können, damit zumindest nach außen zumindest der Schein gewahrt bleibt.

Eigentlich verwunderlich, wie lange es verschiedene AGs geschafft haben, sich nicht nur über Wasser zu halten, sondern mit staatlicher Fürsorge (man muss doch an die vielen Arbeitsplätze denken...) jedes Jahr aufs neue den meist ahnungslosen Anlegern sogar noch eine sta(a)ttliche Dividende auszuzahlen. Ein gutes Beispiel sind die Bankenrettungen der vergangenen Jahre. Systemrelevante Banken sind das also alle - "to big to fail" oder wie das auch immer sonst genannt werden soll. Mir ist immer noch schleierhaft, warum eine Bank nicht pleitegehen können soll - der Zahlungsverkehr ist doch nicht auf eine Bank beschränkt, sondern kann problemlos von einer anderen Bank übernommen werden. Wenn ein Darlehen oder Kredit vergeben worden ist, dann sind da Sicherheiten da, welche im Falle einer Pleite von anderen Banken mit übernommen werden können.
Der einzige Grund, warum meiner Meinung nach eine Bank pleitegehen kann, ist doch folgender: Die Bank legt nicht mehr nur Kundengelder an und verwaltet diese, sondern zockt selbst auf eigene Rechnung (und Risiko) an der Börse. Solange alles gut geht, werden Dividenden an die Anleger ausgeschüttet. Sobald sich die Bank aber verzockt, darf dann der kleine Steuerzahler zur Rettung schreiten.

Das finde ich grundlegend falsch - als Aktionär muss ich das Risiko eines Totalverlustes einkalkulieren. Wenn ich das NICHT gemacht habe, ist der erste Denkansatz als Anleger schon falsch.

Überhaupt: Über Made in Germany (das gilt aber genau so für alle sonstigen weltweit operierenden Unternehmen) weiß ich aus meinen knapp 25 Jahren Industrieerfahrung, dass die besten Produkte nicht immer von den bekanntesten Marken kommen, im Gegenteil - die "Großen" trotz eigentlich normaler Bauteile oftmals eine beängstigend schlechte Qualität haben.
Beispiel dazu wieder mal die IT: Eigentlich konnte seit den Neunzigern jeder Student bessere und billigere PCs bauen, als sie bei den Kistenschiebern, Kaufhäusern und Elektroflohmärkten mit den roten Prospekten angeboten wurden. Leider. Einige kleine Händler mit geringen Stückzahlen haben damals richtig hochwertige Computer gebaut, bis die EU und die deutschen Handwerkskammern (ganz spezielles Dank hier an die IHK) ein Einsehen mit den Groß-Konzernen und deren Unvermögen hatten. Made in Germany ist bei IT selten genug ein Qualitätssiegel gewesen - und heute bedauerlicherweise schon praktisch gar nicht mehr vorhanden!!!
Was ist nun passiert? Die heimische Schrauber-Industrie hat sich praktisch total verflüchtigt, nur wenige internationale Groß-Konzerne aus USA und Asien haben uns (mit homöopathischen Ausnahmen) fast vollständig im Würgegriff. Ein möglicher Lieferboykott beispielsweise der Chinesen würde Deutschland ins Mark treffen, der Aufbau einer eigenen dezentralen Fertigung mit den aktuell gegebenen irrwitzigen Vorgaben würde a) zu lange dauern und b) kostentechnisch gar nicht möglich sein.